Das Herzstück – die Podiumsdiskussionen
Podiumsdiskussion als Gesprächsformat
Wir werden reden zu den Tharandter Gesprächen! Mit den Podiumsdiskussionen werden wir euch den Expertenaustausch auf die Bühne holen.
Wer Forst studiert, Politik verfolgt oder mit Menschen arbeitet, stellt bald fest, dass zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was gemacht wird, ein Unterschied liegen kann. Doch wieso ist das so? Mit den Podiumsdiskussionen möchten wir sonst gegensätzliche Seiten zusammenbringen. Anhand aktueller Fragestellungen soll jede Seite – Wissenschaft, Politik, Praxis – ihre Ansichten darstellen und miteinander ins Gespräch kommen.
Die Wissenschaft bringt die theoretische Grundlage. Die Politik setzt einen Handlungsrahmen fest und die Praxis füllt diesen. Dieses Jahr betonen wir den Dreiklang, der unsere Gesellschaft bestimmt. Deshalb haben wir Vertreter:innen aus jedem Bereich nach Tharandt eingeladen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch!
Podium 1: Hast’e nix, wirst’e nix – Saatgutverfügbarkeit und Baumartenwahl
Nur jeder fünfte Baum in Deutschland hat keinen Kronenschaden. Saatgutbestände stehen wie andere Wälder unter Druck.
Unsere Wälder leiden unter dem Stress des Klimawandels. Der Waldumbau drängt, aber wie sollen wir ihn gestalten? Andere Baumarten, andere Herkünfte? Assisted migration oder Wildlinge ziehen? Die Fragen der Forstwirtschaft häufen sich. Dieses Podium versucht, Lösungsansätze zu vermitteln.
Mit Gästen aus:
Wissenschaft
Ingolf Profft
Referatsleiter Klimafolgen, Forschung, Versuchswesen

Dr. Aki Höltken
Leiter der Abteilung Waldgenressourcen an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt

Dr. Matthias Meyer
Referatsleiter Referat Forstgenetik / Forstpflanzenzüchtung im Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft Sachsen

Dr. Mirko Liesebach
Forstwissenschaftler (bis zu seinem Ruhestand Johann Heinrich von Thünen-Institut für Forstgenetik)
Mirko Liesebach war über 35 Jahre in der Herkunftsforschung und Forstpflanzenzüchtung tätig. Anfänglich lag der Schwerpunkt seiner Arbeiten auf den Hauptbaumarten. Danach verlagerte sich der Fokus auf die Aspenzüchtung für den Kurzumtrieb und schließlich auf Alternativbaumarten im Klimawandel. Als Leiter des Arbeitsbereichs Herkunfts- und Züchtungsforschung verhandelte er mit der EU-Kommission über die neue EU-Verordnung über die Erzeugung und das Inverkehrbringen forstlichen Vermehrungsguts.

Dr. Ulrike Hagemann
Leiterin des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE), Abt. 4 des Landesbetriebs Forst Brandenburg
Dr. Ulrike Hagemann leitet seit August 2022 das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) in Brandenburg. Die promovierte Forstwissenschaftlerin verfügt über langjährige Erfahrung in der Waldökosystemforschung und war zuvor unter anderem am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) tätig. In ihrer aktuellen wissenschaftlichen Arbeit und Führungsposition fokussiert sie sich auf Strategien zur zukunftsorientierten Waldentwicklung unter den Bedingungen des Klimawandels, forstliches Handeln unter Unsicherheit und den Auswirkungen auf die Menschen, die am und mit dem Wald arbeiten.

Praxis
Dipl. Forst Ing. Alain Paul
Geschäftsführer Verband Deutscher Forstbaumschulen e.V.

Dr. Oliver Caré
ISOGEN GmbH & Co KG
Dr. Oliver Caré ist Forstgenetik und ist in leitender Funktion für die ISOGEN GmbH & Co KG tätig. Gemeinsam mit seinem Team berät er Waldbesitzer, Forstbetriebe und Baumschulen zu Fragen der Herkunftssicherung, Zertifizierung und genetischen Qualität von Forstvermehrungsgut. ISOGEN arbeitet eng mit Forschungseinrichtungen im Bereich der angewandten ökologischen Genetik zusammen und ist unter anderem auf Keimprüfungen sowie die Zertifizierung von Forstvermehrungsgut spezialisiert.

Katharina Kretschmar
Standortleiterin der Baumschule Lürssen in Großthiemig
Als Baumschule stehen wir am Ursprung der Wertschöpfungskette Forst & Holz. Aus der Praxis kann ich berichten, wie es um die Saatgutverfügbarkeit steht, welche Baumarten sich die Kunden wünschen und wie weit die Vorstellungen auseinander liegen können.

Felix Heubaum
Referatsleiter für das Zentrum für forstliches Vermehrungsgut
Felix Heubaum studierte zwischen 2005 und 2010 Forstwissenschaften in Tharandt und absolvieret danach das forstliche Referendariat beim Freistaat Sachsen. Heute ist er Referatsleiter für das Zentrum für forstliches Vermehrungsgut und für die Maschinenstationen beim Staatsbetrieb Sachsenforst.

Politik
Dr. Irene Seling
Hauptgeschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände AGDW – Die Waldeigentümer.
Der Verband vertritt rund 2 Mio. private und körperschaftliche Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland. Dr. Seling hat Forstwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert und am dortigen Institut für Forstökonomie und Forsteinrichtung promoviert. Nach Stationen als Gastprofessorin in Brasilien und im Wissenschaftsmanagement war sie über 13 Jahre für die BDA | Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände tätig, zuletzt als Abteilungsleiterin Marketing & Verbandsentwicklung.

Wolfram Günther
Abgeordneter Sächsischer Landtag

Viola Ringling-Hahn
Parlamentarisch-wissenschaftliche Beraterin Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Tierschutz, Die Linke im Sächsischen Landtag

Podium 2: Säge, Span und Strategie – Zukunft der Holzindustrie
Das zentrale Produkt der Forstwirtschaft ist Holz. Dabei kommt den Nadelbaumarten eine wichtige Rolle zu. Aber Trockenstress, Sturm und Borkenkäfer setzen den (Rein)Beständen zu.
Der klimabedingte Waldumbau bewegt sich zu Mischwäldern hin und das Holzaufkommen zeichnet schon jetzt einen Trend zu Laubbaumarten ab. Ist die Industrie darauf vorbereitet? Kann man Laubholz gleichermaßen nutzen wie Nadelholz? Welche holzbasierten Produkte erwarten uns in der Zukunft?
Mit Gästen aus:
Wissenschaft
Karsten Dunger
Leiter Arbeitsbereich Waldressourcen und Klimaschutz, Fachgruppe Daten/ Modelle

Prof. Dr. Robert Jockwer
Professur für Ingenieurholzbau TU Dresden
Prof. Dr. Robert Jockwer ist Professor für Ingenieurholzbau am Institut für Stahl- und Holzbau an der TU Dresden, er hat an der RWTH Aachen studiert, an der ETH Zürich in der Schweiz promoviert und zuletzt an der Chalmers Universität in Göteborg in Schweden gearbeitet. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht das Tragverhalten von Verbindungen und das Ziel zu leistungsfähigeren, effizienteren und zuverlässigeren Holztragwerken beizutragen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Nutzung von Laubholz, neuen Holzwerkstoffen und der Wiederverwendung von Holzbauteilen sowie der Bewertung und Instandsetzung von Gebäuden, um so den Herausforderungen des Klimawandels und den Zukunftsfragen des Bauwesens zu begegnen.

Praxis
Thomas Kienz
Geschäftsführer der HS Timber Productions GmbH
Thomas Kienz hat Forstwissenschaften in Tharandt studiert und ist danach unmittelbar in die holzverarbeitende Wirtschaft eingetreten. Er bringt Expertise in den Bereichen der nationalen und internationalen Holzbereitstellung, der Holzverarbeitung und energetischen Nutzung mit. Weiterhin ist er Mitglied des sächsischen Landesforstwirtschaftsrates.

Tobias Söllner
Leiter Unternehmenskommunikation, Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Tobias Söllner mit der Frage, wie die Bedeutung von Wald und Holz für Gesellschaft, Wirtschaft und Klimaschutz verständlich vermittelt werden kann. Sein beruflicher Werdegang entlang der Themen Naturschutz, Forstwirtschaft und Holzindustrie verbindet Kommunikation, Interessenvertretung und Politik mit einem gemeinsamen Ziel: verständlich zu machen, warum die nachhaltige Nutzung von Holz wichtig, sinnvoll und zukünftig von entscheidender Bedeutung ist.

Politik
Julia Möbus
Geschäftsführerin Deutsche Säge- und Holzindustrie

Malte Campsheide
Leiter Holz- und Forstwirtschaft DIE PAPIERINDUSTRIE

Eike Christiansen
Leitung Waldreferat Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
