Das Herzstück – die Podiumsdiskussionen

Podiumsdiskussion als Gesprächsformat

Wir werden reden zu den Tharandter Gesprächen! Mit den Podiumsdiskussionen werden wir euch den Expertenaustausch auf die Bühne holen.

Wer Forst studiert, Politik verfolgt oder mit Menschen arbeitet, stellt bald fest, dass zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was gemacht wird, ein Unterschied liegen kann. Doch wieso ist das so? Mit den Podiumsdiskussionen möchten wir sonst gegensätzliche Seiten zusammenbringen. Anhand aktueller Fragestellungen soll jede Seite – Wissenschaft, Politik, Praxis – ihre Ansichten darstellen und miteinander ins Gespräch kommen.

Die Wissenschaft bringt die theoretische Grundlage. Die Politik setzt einen Handlungsrahmen fest und die Praxis füllt diesen. Dieses Jahr betonen wir den Dreiklang, der unsere Gesellschaft bestimmt. Deshalb haben wir Vertreter:innen aus jedem Bereich nach Tharandt eingeladen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch!

Podium 1: Hast’e nix, wirst’e nix – Saatgutverfügbarkeit und Baumartenwahl

10:30 – 12:30

Nur jeder fünfte Baum in Deutschland hat keinen Kronenschaden. Saatgutbestände stehen wie andere Wälder unter Druck.

Unsere Wälder leiden unter dem Stress des Klimawandels. Der Waldumbau drängt, aber wie sollen wir ihn gestalten? Andere Baumarten, andere Herkünfte? Assisted migration oder Wildlinge ziehen? Die Fragen der Forstwirtschaft häufen sich. Dieses Podium versucht, Lösungsansätze zu vermitteln.

Mit Gästen aus:

Wissenschaft

Ingolf Profft

Referatsleiter Klimafolgen, Forschung, Versuchswesen, ThüringenForst – Anstalt öffentlichen Rechts

Nach seinem Studium der Forstwissenschaften in Tharandt und Aberdeen hat er das Referendariat im Freistaat Thüringen absolviert. Ingolf Profft war in verschiedenen nationalen und europäischen Forschungsprojekten tätig, die sich in erster Linie mit Fragen zur Kohlenstoffbindung in Wäldern und Holzprodukten und schließlich zu den Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Waldökosysteme beschäftigt haben. Aktuelle ist er verantwortlich für den Bereich Klimafolgen, Forschung, Versuchswesen am Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha, in dem u.a. die Baumartenempfehlungen zur Klimaanpassung der Wälder in Thüringen erstellt werden und darüber hinaus auch die Saatguternte für ThüringenForst realisiert wird.


Dr. Aki Höltken

Dipl.-Forstwirt, Leiter der Abteilung Waldgenressourcen, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA)

Dr. Aki Michael Höltken ist seit über 25 Jahren im Bereich der Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung tätig. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Erfassung der genetischen Vielfalt von Waldbaumarten als Grundlage für natürliche Anpassungsprozesse sowie für unterstützende Selektions- und Züchtungsvorhaben. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Konzepte für die nachhaltige Nutzung forstlicher Genressourcen zu entwickeln und in die waldbauliche Praxis zu überführen, um auch unter den Bedingungen des Klimawandels den Erhalt stabiler und anpassungsfähiger Wälder zu gewährleisten.


Dr. Matthias Meyer

Referatsleiter Referat Forstgenetik / Forstpflanzenzüchtung im Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft Sachsen


Dr. Mirko Liesebach

Forstwissenschaftler (bis zu seinem Ruhestand Johann Heinrich von Thünen-Institut für Forstgenetik)

Mirko Liesebach war über 35 Jahre in der Herkunftsforschung und Forstpflanzenzüchtung tätig. Anfänglich lag der Schwerpunkt seiner Arbeiten auf den Hauptbaumarten. Danach verlagerte sich der Fokus auf die Aspenzüchtung für den Kurzumtrieb und schließlich auf Alternativbaumarten im Klimawandel. Als Leiter des Arbeitsbereichs Herkunfts- und Züchtungsforschung verhandelte er mit der EU-Kommission über die neue EU-Verordnung über die Erzeugung und das Inverkehrbringen forstlichen Vermehrungsguts.


Dr. Ulrike Hagemann

Leiterin des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE), Abt. 4 des Landesbetriebs Forst Brandenburg

Dr. Ulrike Hagemann leitet seit August 2022 das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) in Brandenburg. Die promovierte Forstwissenschaftlerin verfügt über langjährige Erfahrung in der Waldökosystemforschung und war zuvor unter anderem am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) tätig. In ihrer aktuellen wissenschaftlichen Arbeit und Führungsposition fokussiert sie sich auf Strategien zur zukunftsorientierten Waldentwicklung unter den Bedingungen des Klimawandels, forstliches Handeln unter Unsicherheit und den Auswirkungen auf die Menschen, die am und mit dem Wald arbeiten.


Praxis

Alain Paul

Geschäftsführer Verband Deutscher Forstbaumschulen e.V.


Dr. Oliver Caré

ISOGEN GmbH & Co KG

Dr. Oliver Caré ist Forstgenetik und ist in leitender Funktion für die ISOGEN GmbH & Co KG tätig. Gemeinsam mit seinem Team berät er Waldbesitzer, Forstbetriebe und Baumschulen zu Fragen der Herkunftssicherung, Zertifizierung und genetischen Qualität von Forstvermehrungsgut. ISOGEN arbeitet eng mit Forschungseinrichtungen im Bereich der angewandten ökologischen Genetik zusammen und ist unter anderem auf Keimprüfungen sowie die Zertifizierung von Forstvermehrungsgut spezialisiert.


Katharina Kretschmar

Standortleiterin der Baumschule Lürssen in Großthiemig

Als Baumschule stehen wir am Ursprung der Wertschöpfungskette Forst & Holz. Aus der Praxis kann ich berichten, wie es um die Saatgutverfügbarkeit steht, welche Baumarten sich die Kunden wünschen und wie weit die Vorstellungen auseinander liegen können.


Felix Heubaum

Referatsleiter für das Zentrum für forstliches Vermehrungsgut

Felix Heubaum studierte zwischen 2005 und 2010 Forstwissenschaften in Tharandt und absolvierte danach das forstliche Referendariat beim Freistaat Sachsen. Heute ist er Referatsleiter für das Zentrum für forstliches Vermehrungsgut und für die Maschinenstationen beim Staatsbetrieb Sachsenforst.


Politik

Dr. Irene Seling

Hauptgeschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände AGDW – Die Waldeigentümer.

Der Verband vertritt rund 2 Mio. private und körperschaftliche Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Deutschland. Dr. Seling hat Forstwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert und am dortigen Institut für Forstökonomie und Forsteinrichtung promoviert. Nach Stationen als Gastprofessorin in Brasilien und im Wissenschaftsmanagement war sie über 13 Jahre für die BDA | Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände tätig, zuletzt als Abteilungsleiterin Marketing & Verbandsentwicklung.


Wolfram Günther

Abgeordneter Sächsischer Landtag



Podium 2: Säge, Span und Strategie – Zukunft der Holzindustrie

15:30 – 17:30

Das zentrale Produkt der Forstwirtschaft ist Holz. Dabei kommt den Nadelbaumarten eine wichtige Rolle zu. Aber Trockenstress, Sturm und Borkenkäfer setzen den (Rein)Beständen zu.

Der klimabedingte Waldumbau bewegt sich zu Mischwäldern hin und das Holzaufkommen zeichnet schon jetzt einen Trend zu Laubbaumarten ab. Ist die Industrie darauf vorbereitet? Kann man Laubholz gleichermaßen nutzen wie Nadelholz? Welche holzbasierten Produkte erwarten uns in der Zukunft?

Mit Gästen aus:

Wissenschaft

Karsten Dunger

Leiter des Arbeitsbereichs Waldressourcen und Klimaschutz am Thünen-Institut für Waldökosysteme

Nach seinem Studium der Forstwissenschaften in Tharandt hat er das Referendariat im Land Baden-Württemberg absolviert und arbeitet nach eine Zwischenstation in der Forsteinrichtung seit 2003 am Thünen‑Institut für Waldökosysteme. Er ist Experte für Waldinventuren sowie die Analyse der Klimawirkungen von Wäldern. Er hat langjährige Erfahrungen in der Organisation, Durchführung und Auswertung bundesweiter Waldinventuren und zur Modellierung von Kohlenstoff‑ und Biomassepotenzialen (WaldEntwicklungs‑ und HolzAufkommensModellierung). Besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die strategische die Weiterentwicklung der Inventuren incl. des Datenmanagements und der Modellierung von Klimaschutzbeiträgen der deutschen Wälder. Damit trägt er zur Schaffung eine fundierten wissenschaftliche Basis für die Politikberatung Im Bereich Wälder, Holznutzung und Klimaschutz bei.


Prof. Dr. Robert Jockwer

Professur für Ingenieurholzbau TU Dresden

Prof. Dr. Robert Jockwer ist Professor für Ingenieurholzbau am Institut für Stahl- und Holzbau an der TU Dresden, er hat an der RWTH Aachen studiert, an der ETH Zürich in der Schweiz promoviert und zuletzt an der Chalmers Universität in Göteborg in Schweden gearbeitet. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht das Tragverhalten von Verbindungen und das Ziel zu leistungsfähigeren, effizienteren und zuverlässigeren Holztragwerken beizutragen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Nutzung von Laubholz, neuen Holzwerkstoffen und der Wiederverwendung von Holzbauteilen sowie der Bewertung und Instandsetzung von Gebäuden, um so den Herausforderungen des Klimawandels und den Zukunftsfragen des Bauwesens zu begegnen.


Praxis

Thomas Kienz

Geschäftsführer der HS Timber Productions GmbH

Thomas Kienz hat Forstwissenschaften in Tharandt studiert und ist danach unmittelbar in die holzverarbeitende Wirtschaft eingetreten. Er bringt Expertise in den Bereichen der nationalen und internationalen Holzbereitstellung, der Holzverarbeitung und energetischen Nutzung mit. Weiterhin ist er Mitglied des sächsischen Landesforstwirtschaftsrates.


Tobias Söllner

Leiter Unternehmenskommunikation, Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Tobias Söllner mit der Frage, wie die Bedeutung von Wald und Holz für Gesellschaft, Wirtschaft und Klimaschutz verständlich vermittelt werden kann. Sein beruflicher Werdegang entlang der Themen Naturschutz, Forstwirtschaft und Holzindustrie verbindet Kommunikation, Interessenvertretung und Politik mit einem gemeinsamen Ziel: verständlich zu machen, warum die nachhaltige Nutzung von Holz wichtig, sinnvoll und zukünftig von entscheidender Bedeutung ist.


Politik

Julia Möbus

Geschäftsführerin Deutsche Säge- und Holzindustrie e.V.

Als Geschäftsführerin des Verbandes „Deutsche Säge- und Holzindustrie“ vertritt Julia Möbus 350 holzverarbeitende Mitgliedsunternehmen in ganz Deutschland. Nach ihrem Studium der Politik- und Rechtswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen sammelte sie Erfahrungen in der politischen Arbeit. Als Interessenvertreterin kennt sie die aktuellen Entwicklungen, sowie strategische Chancen und Herausforderungen der Holzbranche im Zuge des Klimawandels.


Eike Christiansen

Referatsleiter N III 3, Waldschutz, nachhaltige Waldbewirtschaftung und Wildnis im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Meine Name ist Eike Christiansen und seit 2023 leite ich das Waldreferat im Bundesumweltministerium (BMUKN). Ich bin Forstwissenschaftler und Waldökologe und habe in Göttingen und Eberswalde studiert. Im BMUKN arbeite ich an der strategischen Schnittstelle zur langfristigen Sicherung von resilienten Waldökosystemen mit Fokus auf Klimaschutz und Biodiversität und entwickle insbesondere politische Anreizinstrumente zur Förderung der nachhaltigen, klimaangepassten Waldbewirtschaftung und der natürlichen Waldentwicklung .