Seminare zum Eindenken – die T-Talks

T-Talks: Was ist das?

Die T-Talks sind Seminare, die euch vorbereiten sollen. Worauf, fragt ihr? Die Tharandter Gespräche stehen dieses Jahr in einem Dreiklang. Wir werden Politik, Wissenschaft und Praxis in zwei Podiumsdiskussionen zusammenbringen (Infos dazu bekommt ihr HIER).

Da wir die Tharandter Gespräche für euch machen, sollt ihr die Fragen stellen! Im Rahmen der T-Talks werden also die Fragen entstehen, die wir zu den Podiumsdiskussionen am 26.11.26 stellen werden. Eure Teilnahme bedeutet den Erfolg oder Niedergang unseres Gesprächsformats!

In den Seminaren kommen Experten zu Wort, die euch mit unterschiedlichen Herangehensweisen in ein Thema einführen. Zunächst sollen Grundlagen vermittelt und aktuelle Prozesse verstanden werden. Das Ziel ist es, dass ihr am Ende des Abends mehr Fragezeichen habt als zu Beginn des Seminars, weil ihr auf die Diskrepanzen in dem jeweiligen Bereich gestoßen seid. Warum wurde xy entschieden? Wie wird xy finanziert? Was soll mit xy erreicht werden? Zu den Tharandter Gesprächen bekommt ihr dann die Möglichkeit, von Akteuren aus der Forstwelt Antworten auf diese Unstimmigkeiten zu bekommen.

Welche T-Talks sind geplant?

Wir organisieren 4 Seminare für euch. Datum und Inhalte entnehmt ihr der folgenden Übersicht:

tba

Titel:

Wie säht unsere Zukunft aus?

Zeit und Ort:

21.10.26, 17 bis 19:30 Uhr
Hauptgebäude H3, Pienner Straße 8, 01737 Tharandt

Ausgangslage:

Ein akuter Saatgutmangel bremst den klimastabilen Waldumbau, da die rasant gestiegene Nachfrage auf ein drastisch verknapptes Angebot trifft.

Inhalte:

Politische Situation auf Bund- und Länderebene

Der klimastabile Waldumbau hat höchste politische Priorität, doch die ehrgeizigen Förderziele von Bund und Ländern stoßen in der Praxis oft auf akute Engpässe. Um den Überblick nicht zu verlieren, werden u.a. die wichtigsten Ministeriums-Websites, forstlichen Fachportale und aktuellen wissenschaftlichen Paper vorgestellt.

Saatgutverfügbarkeit

Die rasant gestiegene Nachfrage nach klimastabilen Baumarten trifft derzeit auf einen dramatischen Engpass, da Wetterextreme und Hitzestress das Saatgutangebot massiv verknappen. Dieser akute Samenmangel bremst den dringend nötigen Waldumbau bereits jetzt spürbar aus. Die Forstwirtschaft steht vor der Herausforderung, dieses knappe Naturgut extrem effizient einzusetzen, um den Grundstein für kommende Waldgenerationen zu sichern.

Gesetzliche Regelungen zum Saatgut

Wir werfen einen kurzen Blick auf die Regelungen des Saatguts in Deutschland, um zu verstehen wie die Genetische Vielfalt in Deutschland sichergestellt erhalten und vermehrt wird. Weitergehend auch mit Blick auf die EU: Neue Regeln sollen für ein Länderübergreifend einheitlich geregeltes Saatgut sorgen, aber wird das so funktionieren?

Referierende:

Dr. Katja Skibbe
TU Dresden, Professur für Waldbau

Dr. Heino Wolf
TU Dresden

Uwe Leonhardt
Landratsamt Bautzen

Titel:

Sägen wir an unserer eigenen Zukunft? – Die deutsche Holzindustrie im Klimawandel

Zeit und Ort:

t-Talk:
28.10.26, 17 bis 19:30 Uhr
Hauptgebäude H3, Pienner Straße 8, 01737 Tharandt

t-Walk (Exkursion ins Sägewerk):
27.10.26, 9:15 Uhr bis ca. 15:30 Uhr
Treff: Tharandt Busbahnhof (7:30 Uhr)
Ziel: HS Timber Productions GmbH, Industriestraße 1, 02923 Kodersdorf

Ausgangslage:

Durch den menschengemachten Klimawandel werden Extremwetterereignisse immer häufiger. Dieses Jahr (2026) wurde der Hitzerekord in Deutschland schon wieder gebrochen (siehe Tagesschau.de). Der notwendige Waldumbau ist kein neues Thema der Forstwelt, aber ein immer drängendes. Die Folgen sind eine sich veränderte Baumartenzusammensetzung, andere Qualitäten des Holzes sowie die Notwendigkeit nach klugen Ideen, wie man auf die sich verändernden Bedingungen reagiert.

In diesem T-Talk soll es um die Sägeholzindustrie gehen: Hat die deutsche Sägeholzindustrie unter dem Worst-Case-Klimaszenario überhaupt noch ein robustes Geschäftsmodell? Und wie müssen wir als Forstis darauf reagieren? Schließlich machen Holzerlöse aktuell einen Großteil der Einnahmen der deutschen Forstwirtschaft aus (z.B. bei den Bayerischen Staatsforsten 84–91% der Gesamteinnahmen, bei den Niedersächsichen Landesforsten 56-67%, siehe Kaliszewski et al., 2025).

Inhalte:

zuvor: vorbereitende Exkursion in das Sägewerk HS Timber Productions GmbH am 22.10.26

Laubholzaufkommen in der Zukunft

Durch den notwendigen Waldumbau verändert sich das zukünftige Holzangebot und der Laubholzanteil gewinnt an Bedeutung. Welche Baumarten werden zukünftig nutzbares Holz bereitstellen können? Welche Qualitäten sind zu erwarten und wie sicher ist die Holzversorgung unter Klimastress? Welche regionalen Unterschiede gibt es? Und welche Nutzungskonflikte entstehen daraus?

Holzbau in der Baubranche

Der Gebäudesektor verursacht etwa 40% der Treibhausgasemissionen. Um dem größten Klimasünder Deutschlands entgegenzutreten, ist besonders klimafreundlicher Holzbau im Gespräch. Doch welchen Anteil des Baumaterials kann durch Holz substituiert werden? Wie regional kann dieses bereitgestellt werden? Kann Laubholz das Nadelholz strukturell ersetzen? Welche technischen Ansprüche an das Holz bedingen den Waldbau? Und welche rechtlichen Hürden stehen uns im Weg?

Die Rolle der (kleinen) Sägewerke

Die Die Sägeindustrie gerät zunehmend unter Druck. Uns interessiert besonders, welche Folgen die sich veränderte Waldbewirtschaftung auf die Holzversorgung hat. Wie können wir die regionale Holzversorgung sichern? Wie stark prägen politische Vorgaben die Branche? Wie können wir auch kleine Sägewerke unterstützen?

Alternative Holznutzung: Biobasierte Kunststoffe

Vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen gewinnt Holz als Basis für neue Materialien an Bedeutung, auch um die wirtschaftliche Bedeutung der Forstwirtschaft zu erhalten. Welche Möglichkeiten gibt es, um mit Holz fossile Kunststoffe zu ersetzen? Welche technischen Grenzen gibt es? Wie nachhaltig sind biobasierte Produkte wirklich und spielen solche Nutzungsformen in der Zukunft eine Rolle im Wettbewerb um den Rohstoff Holz? Und können wir durch alternative Holznutzungen den sinkenden (Nadel-)sägeholzanteil stofflich und wirtschaftlich kompensieren?

Referierende:

Susann Bender
Thünen Institut

Prof. Steffen Tobisch
Institut für Holz-technologie Dresden

tba

Patrick Hirsch
Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS)

Quellen:

Kaliszewski, A., Jabłoński, M., & Młynarski, W. (2025). Diverse ecosystem services as a source of income in forestry – a comparison of selected European state forest enterprises. Economics and Environment, 91(4), 867. https://doi.org/10.34659/eis.2024.91.4.867

https://www.tagesschau.de/inland/temperaturrekord-hoechstwert-in-deutschland-100.html (Abgerufen 30.6.2026)

Titel:

Der Wald verändert sich. Wir auch?
Entscheidungen, forstliche Identität und Verantwortung in der Klimakrise

Zeit und Ort:

04.11.26, 16:30 Uhr bis 19:30 Uhr
Hauptgebäude H3, Pienner Straße 8, 01737 Tharandt

Ausgangslage:

Die Klimakrise stellt die Forstwirtschaft vor eine besondere Herausforderung: Wir müssen heute Entscheidungen über Wälder treffen, deren Auswirkungen teilweise erst in Jahrzehnten sichtbar werden. Gleichzeitig wird die Zukunft zunehmend schwerer vorhersehbar. Wissenschaftliche Erkenntnisse liefern wichtige Grundlagen, aber können uns die Entscheidung unter Unsicherheit aber nicht vollständig abnehmen.

Wie können wir also handlungsfähig bleiben, wenn wir nicht sicher wissen, welche Entscheidung sich in 30, 50 oder 100 Jahren als die richtige erweisen wird? Und warum fällt Veränderung selbst dann schwer, wenn der Handlungsdruck längst offensichtlich ist?

Der T-Talk richtet den Blick deshalb auf die Menschen, die Transformation gestalten: auf ihre Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Handlungsspielräume und darauf, wie Ausbildung und berufliches Selbstverständnis unsere Entscheidungen über den Wald prägen.

Inhalte:

Vorlesung? Fehlanzeige.

Ein interaktiver T-Talk mit Michael Suda über Transformation, Unsicherheit und die Frage, was es eigentlich braucht, um den Wald der Zukunft zu gestalten – mit Perspektivwechseln, Diskussionen und einer guten Portion Humor.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie treffen wir Entscheidungen in der Klimakrise – und was brauchen wir, um auch unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Suda und den Teilnehmenden beschäftigen wir uns unter anderem mit:

  • der Frage, warum Veränderungen in der Forstwirtschaft trotz hohen Handlungsdrucks schwierig sein können,
  • dem Verhältnis von wissenschaftlichen Prognosen, Erfahrungswissen und professioneller Intuition,
  • Selbst- und Gruppenwirksamkeit als Grundlage für die Gestaltung von Transformationsprozessen,
  • den Vorstellungen von Wald und Gesellschaft, die unsere forstliche Ausbildung und unser berufliches Selbstverständnis prägen,
  • dem Umgang mit Unsicherheit, Verantwortung und der Möglichkeit, mit Entscheidungen auch einmal falsch zu liegen,
  • sowie der Frage, welche Kompetenzen zukünftige Fachkräfte brauchen, um Transformation aktiv mitzugestalten.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, “die eine richtige Lösung” für den Wald der Zukunft zu finden. Vielmehr möchten wir unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Lösungsansätze sichtbar machen und gemeinsam diskutieren, wie eine vielfältige Forstbranche mit einer Zukunft umgehen kann, die sich nicht vollständig planen lässt.

Mit interaktiven Übungen, Diskussionen und einem World Café lädt der Workshop dazu ein, die eigene Perspektive zu hinterfragen und die eigene Rolle als zukünftige Fachkraft zu reflektieren.

Referierende:

Prof. Dr. Michael Suda
ehem. Professur für Wald- und Umweltpolitik, Technische Universität München

Interesse geweckt? Hier geht’s zur Anmeldung!

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